Manchmal ist Jonas ein Löwe

Autoren
Illustrator
Philip Waechter
Verlag
Fischer Schatzinsel
Anspruch
4 von 5
Humor
5 von 5
Lesespaß
5 von 5
Schreibstil
4 von 5
Spannung
4 von 5

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Zusammenfassung zu “Manchmal ist Jonas ein Löwe”

Jonas ist der Jüngste in der Familie und da hat man es nicht leicht. Seine älteren Geschwister Anika und Daniel machen sich über ihn lustig, sein Freund Frederik geht schon in die Schule und sieht ein wenig auf ihn herab, und auch die Eltern nehmen ihn nicht immer ernst. Und Zeit haben sie sowieso nur selten für ihn. Als Jonas zum Beispiel Laterne laufen möchte, haben alle etwas Besseres zu tun. Daniel erbarmt sich am Ende trotzdem und wird dabei prompt von einem Schulfreund gesehen, der sich über ihn lustig macht. Auch sonst versteht kaum jemand Jonas‘ Ideen – bis auf Opa Wedekind, der eigentlich immer Zeit und Ohren für Jonas‘ Nöte und Langeweile hat. Ein richtiger Opa ist er eigentlich nicht, aber Jonas darf ihn trotzdem so nennen. Manchmal setzt ihm Opa Wedekind auch Flöhe ins Ohr, die seinen Eltern weniger gefallen. Zum Beispiel macht sich Jonas Sorgen, es könnten Einbrecher ins Haus gelangen. Auf Opa Wedekinds Rat hin gräbt er ein tiefes Loch – in Papas Rosen. Das muss er natürlich schnell wieder zuschütten. Letztendlich muss er aber doch keine Angst haben, denn Daniel versichert ihm, dass jeder Einbrecher sich vor den unheimlichen Geräuschen fürchtet, die aus Kaninchen Ostermanns Käfig dringen, und Reißaus nimmt. Manchmal ist Jonas‘ Familie doch nicht so übel…

Wichtige Charaktere

  • Jonas
  • seine Eltern
  • seine Geschwister Anika und Daniel
  • Jonas‘ Freund Frederik
  • Opa Wedekind
  • Ostermann, Daniels Kaninchen

Zitate

„Opa Wedekind freut sich, als Jonas klingelt.
‚Hast du schon fertig gegossen?‘, fragt er, ‚Alle Blumen?‘
Jonas nickt. ‚Im Regen gießt man ja gar keine Blumen‘, sagt er. ‚Du hast sie ja nicht mehr alle. Plemplem.‘
‚Tatsächlich?‘, sagt Opa Wedekind und guckt Jonas verwirrt an. ‚Und wer sagt das?‘
‚Daniel‘, sagt Jonas böse. ‚Weißt du das nicht. Du hast ja einen an der Klatsche.‘
‚Ach, Daniel!‘, sagt Opa Wedekind. ‚Das ist dein großer Bruder, nicht? Was der schon weiß!‘ Und er hält die Gießkanne unter seinen eigenen Außenwasserhahn.
‚Eigentlich wollte ich dich gerade bitten, ob du meine Blumen auch noch mal gießt‘, sagt Opa Wedekind. ‚Aber dann muss ich das wohl selber machen.‘
‚Echt wahr?‘, fragt Jonas. Vielleicht macht Opa Wedekind sich nur einen Spaß ihm, und das will er nicht.
‚Natürlich‘, sagt Opa Wedekind. ‚Die sind seit mindesten zwei Monaten nicht mehr gegossen worden. Und nur, weil es jetzt ständig regnet, kann ich doch nicht noch länger warten.'“

Persönliche Bewertung

Herzerwärmendes Plädoyer für die Bedürfnisse der Kleinsten in der Familie

4 von 5

Wer Kirsten Boie kennt, weiß, dass sie in ihren Kinderbüchern (wohlgemerkt nicht in ihren Jugendbüchern!) dazu neigt, die Grammatik der kindlichen Sprache anzupassen und sich nicht immer um grammatikalische Korrektheit bemüht (siehe Wir Kinder aus dem Möwenweg). Dieser Umstand trifft auch auf dieses Buch zu, wenn auch in abgemilderter Form. Die Schwierigkeiten des kleinen Jonas mit seinen größeren Geschwistern und vielbeschäftigten Eltern, die ihn kaum ernst nehmen, sind treffend und einfühlsam beschrieben. Besonders sympathisch ist natürlich Opa Wedekind, der als Einziger immer zu wissen scheint, wie mit dem Jüngsten umzugehen ist, und jeden Spaß voller Phantasie mitmacht.

Fazit

Eine lesenwerte Geschichte, sprachlich mit kleinen Mängeln.

ISBN10
3596805457
ISBN13
9783596805457
Dt. Erstveröffentlichung
1989
Taschenbuchausgabe
157 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 6 Jahren