Der Schatten des Windes

Autoren
Übersetzer
Peter Schwaar
Verlag
Fischer Taschenbuch Verlag
Anspruch
5 von 5
Humor
4 von 5
Lesespaß
4 von 5
Schreibstil
5 von 5
Spannung
5 von 5

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Zusammenfassung zu “Der Schatten des Windes”

Als der zehnjährige Daniel von seinem Vater mit zum Friedhof der Vergessenen Bücher genommen wird, ahnt er nicht, wie sehr dieser Ort sein Leben bestimmen wird. Er darf sich ein Buch aussuchen, für das er die Verantwortung übernehmen soll. Er wählt „Der Schatten des Windes“ von Julián Carax. Fasziniert von dem Roman, stellt er Nachforschungen über die Geschichte und über den Autor an, wobei ihm der Buchhändler Gustav Barceló hilft. Dessen blinde Nichte Clara wird zum Objekt von Daniels Liebe und Sehnsüchten.

Unterdessen wird Daniel von einem geheimnisvollen Fremden verfolgt, der ihn drängt, den Roman von Carax herauszugeben, damit er ihn vernichten kann. Einen Freund findet er hingegen in Fermín Romero de Torres, den er als Bettler kennenlernt und dem er Arbeit in der Buchhandlung seines Vaters gibt.

Immer mehr deutet darauf hin, dass sich Julián Carax‘ Geschichte in Daniels realem Leben wiederholt. Er verliebt sich schließlich in Beatriz, die verlobte Schwester seines Freundes Tomás. Zusammen enthüllen sie die Geheimnisse um Julián Carax und seinen Roman und begeben sich dabei in große Gefahr…

Wichtige Charaktere

  • Daniel Sempere
  • Daniels Vater
  • Julián Carax
  • Clara Barceló
  • Tomás Aguilar
  • Beatriz Aguilar
  • Fermín Romero de Torres
  • Inspektor Fumero

Zitate

„‚Los, Daniel, zieh dich an. Ich möchte dir etwas zeigen.‘
‚Jetzt? Um fünf Uhr früh?‘
‚Es gibt Dinge, die man nur im Dunkeln sehen kann‘, gab mein Vater mit einem rätselhaften Lächeln zu verstehen, das er vermutlich einem Roman von Alexandre Dumas entliehen hatte.
Noch dämmerten die Straßen matt im Dunst und Nachttau dahin, als wir aus dem Haus traten. Flimmernd zeichneten die Straßenlaternen der Ramblas eine diesige Allee, während die Stadt sich reckte und ihr blasses Nachtgewand ablegte. […]
‚Daniel, was du heute sehen wirst, darfst du niemandem erzählen. Nicht einmal deinem Freund Tomás. Niemandem.'“

„An diesem Dunst- und Nieselabend raubte mir Clara Barceló das Herz, den Atem und den Schlaf. Im Licht des Athenäums schrieben ihre Finger meiner Haut einen Fluch ein, der mich jahrelang verfolgen sollte.“

Alle Bücher um den „Friedhof der vergessenen Bücher“

1. Der Schatten des Windes
2. Das Spiel des Engels
3. Der Gefangene des Himmels
4. noch nicht erschienen

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Persönliche Bewertung

Eine poetische und spannende Liebeserklärung an das Lesen

5 von 5

Mit „Der Schatten des Windes“ taucht der Leser ein in eine neblige Welt voller Geheimnisse, die es zu entdecken gibt. So wie der Protagonist Daniel Sempere über seinen Lieblingsroman „Der Schatten des Windes“ die Geschichte des Autors Julián Carax enthüllt, enthüllen wir durch das gleichnamige Buch von Carlos Ruiz Zafón die Geschichte Daniel Semperes. Ein Buch in einem Buch, das die Trennung von Realität und Fiktion hinterfragt. Die Vorstellung, dass eine niedergeschriebene Geschichte Wirklichkeit wird und das Bücher Leben bewegen können, muss jeden, der das Lesen liebt, faszinieren.

Bisweilen wird kritisiert, dass die politischen Hintergründe der Franco-Zeit nicht genügend thematisiert werden. Das müssen sie aber auch nicht, da es sich nicht um einen politischen Roman, sondern um einen Spannungsroman handelt, der das Leben seiner Figuren begleitet und aufzeigt, wie diese von Schicksalsschlägen, Liebe und Hass geprägt werden. Auch der Humor kommt in den Dialogen nicht zu kurz, obwohl die düsteren Szenenbeschreibungen dominieren. Hier punktet Zafón mit seiner schönen, poetischen Sprache, wodurch sich das Buch sehr gut lesen lässt.

Fazit

„Der Schatten des Windes“ ist eine spannende Geschichte über das Lesen und das, was die Menschen bewegt.

Originaltitel
La sombra del viento
ISBN10
3596196159
ISBN13
9783596196159
Dt. Erstveröffentlichung
2013 (2003)
Taschenbuchausgabe
576 Seiten