Das Gold der Maori

Autoren
Verlag
Bastei Lübbe
Anspruch
4 von 5
Humor
4 von 5
Lesespaß
5 von 5
Schreibstil
4 von 5
Spannung
5 von 5

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Zusammenfassung zu “Das Gold der Maori”

Die Geschichte beginnt im Jahr 1846 in Irland, zur Zeit der großen Hungersnot, die viele Iren auswandern ließ. Zwei Hauptprotagonisten, Kathleen und Michael sind ein Liebespaar, und bald stellt sich heraus, dass auch sie das Land verlassen müssen, getrennt voneinander. Michael kommt als Gefangener nach Australien, Kathleen verschlägt es – gerade wegen der geografischen Nähe zu Australien – nach Neuseeland. Lizzy, eine weitere Hauptdarstellerin, wird ebenfalls von London nach Australien verschifft, als Gefangene. Durch Lizzy`s Einsatz und Lebenstüchtigkeit gelingt Michael und Lizzy die Flucht von Australien nach Neuseeland. Alle drei versuchen sich in ihrer neuen Heimat ein Leben aufzubauen. Das Beziehungsgeflecht zwischen Michael, Lizzy und Kathleen, wird im Verlauf der Handlung noch um etliche Personen erweitert und bildet damit einen Hauptstrang des 700 Seiten umfassenden Epos, aber bei weitem nicht den spannendsten. Die wahre Spannung liegt in der detail- und kenntnisreichen Beschreibung der verschiedenste Schauplätze. Man ist in Irland zur Zeit der großen Hungersnot, erlebt die Slums von London, inklusive Gerichtsverhandlungen und Beschreibungen der Haftbedingungen, man überquert die Meere in den Zwischendecks der Gefangenenschiffe, ist Strafgefangener und rechtloses Hausmädchen in Australien, und ist zwischen Reisen und Überlebenskampf in ständigem Dialog mit der Religiosität der Hauptdarsteller. Und dann ist da noch Neuseeland, mit berauschender Natur, gar nicht so milden Klima, es gibt Gold, es gibt Wale, es gibt Schafe und es gibt die Eingeborenen, die Maori, die wiederum faszinierende Geschichten zu erzählen haben.

Zitate

„“Du arbeitest wahrscheinlich zu hart.“, meinte Claire bedauernd, nachdem die Freundin im fünften Monat ihr kleines Mädchen verloren hatte. Kathleen selbst sah die Ursache eher in Ians immer brutaleren Übergriffen. Sicher war es nicht gut für ihre Ungeborenen, wenn er sich bei jeder Heimkehr auf sie stürzte und von ihrem Körper Besitz ergriff. … Jetzt stieß er nur noch in sie hinein und schlug sie, wenn sie sich wehrte oder auch nur einen Anflug von Unwillen zeigte.“

Persönliche Bewertung

Sarah Lark verführt zu einer Zeitreise in die Vergangenheit.

4 von 5

Von Irland über Australien nach Neuseeland. Wer Lust und Zeit hat, sollte ihrer Einladung folgen.

Fazit

Was sich im Klappentext nach einer Liebesgeschichte anhört, entwickelt sich schon auf den ersten Seiten zu einem spannungsvollen Epos. Der eigentliche Handlungsplot, die Beziehungen zwischen den Personen, sind dabei gar nicht der Spannungsträger. Die prägnante Beschreibung der jeweiligen Lebensumstände erzeugt die Spannung. Beginnt man das Buch zu lesen, lässt man sich auf eine Reise in andere Zeiten und Welten ein. Zudem ist das Buch den Frauen gewidmet. Ihr Leben ist hart, richtig hart, zumeist ein Überleben, zudem sind sie weitgehend rechtlos, egal ob als Hausmädchen, Ehefrau, Geliebte oder Hure. Und trotzdem bricht ihr Lebenswillen nicht. Dazu gibt es, wie es sich für ein 700 Seitendrama geziemt, noch reichlich andere spannende Handlungsstränge. Kann man in Neuseeland Wein anbauen? Wie waren die damaligen Schaffarmen aufgebaut? Wie waren die Haftbedingungen in Van Diemens Land? Ein Menge Detailwissen ist in der Handlung versteckt, dessen Umfang hier nur angerissen werden kann. Wären die Personen und die Konflikte dramatischer ausgezeichnet, etwas reflektierter dargestellt, könnte das Buch vielleicht richtig gute Literatur sein. Aber auch so wie es ist, ist es empfehlenswerte gutgemachte Unterhaltungsliteratur, die den Leser von Beginn an mitreisen lässt, und ihm dabei sehr genau erzählt, welchen Fleck der Welt er gerade, aus welcher Perspektive besichtigt. Und kann man bequemer als vom eigenen Sofa aus verreisen?

ISBN10
3785760248
ISBN13
9783785760246
Dt. Erstveröffentlichung
2010
Taschenbuchausgabe
752 Seiten