Rita

Autoren
Illustrator
Ingrid Godon
Verlag
Bloomsbury K & J

Zusammenfassung zu “Rita”

Ein kleiner Junge sitzt am Beckenrand des Schwimmbeckens und überlegt, was er in seinem Leben schon alles Tolles gesehen hat. Einen richtigen Matrosen, ein Luftschiff, ein Labyrinth, einen Seiltänzer und eine riesige Achterbahn fallen ihm ein. Doch nichts hat ihn bis jetzt so beeindruckt, wie das Mädchen mit der roten Badekappe, was er nun beobachtet. Rita steht lange auf dem Drei-Meter-Brett, blickt ins Wasser und klettert dann wieder die Leiter hinab. Später sieht er sie wieder. Diesmal auf dem Ein-Meter-Brett. Doch auch hier entscheidet sie sich für die Leiter nach unten.
Schließlich gleitet sie ganz einfach vom Beckenrand ins Schwimmbecken. Ein blasser Junge mit grüner Badehose kommentiert dies mit „Feigling“, doch Rita antwortet ihm ganz ruhig „Fische springen nicht von Türmen.“ Sie winkt, taucht ab und lässt den verdutzten Jungen hinter sich. Lange noch sieht man überall im Wasser ihre rote Badekappe aufblitzen…

Zitate

„‚Feigling!'“, rief ein Junge ihr nach, als sie vom Beckenrand ins Wasser glitt. Rita sah ihn kurz an. ‚Fische springen nicht von Türmen‘, sagte sie.“

„Rita winkte ihm zu, dann tauchte sie ab. Noch lange sah ich ihre rote Badekappe überall im blauen Wasser aufblitzen.“

Persönliche Bewertung

Ein gelungenes Buch über das Mutigsein – einfach und poetisch!

5 von 5

Diese Geschichte vom Mutigsein wird in sehr wenigen Worten erzählt und sagt doch alles, was dafür notwendig ist. In beeindruckender Einfachheit gelingt es dem Autor Heinz Janisch sehr viel Tiefe zu vermitteln und eine kluge Geschichte zu erzählen. Denn Mut muss nicht an heldenhaften Taten und schwierigen Aufgaben gemessen werden. Es gehört auch viel Mut und Überwindung dazu mit einer augenscheinlichen Schwäche umzugehen. Dem Mädchen mit der roten Badekappe gelingt das in dieser Geschichte auf wunderbare Weise. Rita zeigt uns, dass man nicht immer das machen muss, was andere von einem erwarten. Selbstbewusst und glücklich schwimmt sie letztlich durch das Wasser ohne vorher große Taten vollbracht zu haben. Doch damit hat sie noch mehr Größe bewiesen. Ihr Selbstbewusstsein hinterlässt Eindruck – bei dem kleinen Jungen am Beckenrand, dem blassen Jungen in der grünen Badehose und beim Leser.

Die kurze Geschichte ist in die ausdrucksstarken Illustrationen der flämischen Künstlerin Ingrid Godon eingebettet und wird durch sie zum Leben erweckt. Schon das Titelbild bleibt dem Betrachter im Kopf. Da steht Rita – uns abgewandt – die Hände im Rücken zusammengelegt mit ihrer leuchtend roten Badekappe. Ein starkes und doch ruhiges Bild, das einen direkt in die Geschichte hineinzieht. Passend zur Geschichte zeichnet Godon klar und einfach ohne viele Schnörkel und Details. Doch gerade diese Schlichtheit regt zum intensiven Betrachten an. Einige Illustrationen sind als Collagen gestaltet, andere Bleistiftzeichnungen werden mit wenigen Strichen in Ölkreide farbig aufgelockert. Neben den gedeckteren Farbtönen springt einen dabei vor allem Ritas rote Badekappe ins Auge. Die außergewöhnliche Hauptfigur schließt man schnell ins Herz, denn ihr liebenswert-nachdenkliches Wesen wird von Godon wunderbar in Szene gesetzt.

Heinz Janisch ist ein Philosoph unter den Kinderbuchautoren. Deshalb kann dieses Buch auch nicht als eine klassische Vorlesegeschichte bezeichnet werden, die dem Zuhörer alles sagt, was man erfahren muss. Man muss Lust daran haben zwischen den Zeilen zu lesen. Vielleicht gemeinsam zu überlegen, wie man in dieser Situation selbst gehandelt hätte. Dieses Buch kann Anlass dazu bieten, miteinander ins Gespräch zu kommen – über Angst, Mut und Selbstbewusstsein.

Fazit

Eine kleine, philosophische und poetische Geschichte, die Leser ab etwa drei Jahren stark machen kann. Unbedingt Empfehlenswert!

ISBN10
3827055016
ISBN13
9783827055019
Dt. Erstveröffentlichung
2012
Gebundene Ausgabe
32 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 3 Jahren